Wenn die Kinder wieder bei den Eltern einziehen

ARAG Experten zur Generation Bumerang

Die Generation Bumerang wird sie genannt: Erwachsene Kinder, die nach oft jahrelangem, unabh?ngigem Wohnen zur?ck zu den Eltern ziehen. Arbeitslosigkeit, astronomische Mietpreise, finanzielle Schwierigkeiten, eine Trennung vom Partner: Die meisten Eltern wollen helfen und gew?hren ihren Nachkommen den l?ngerfristigen Aufenthalt im ehemaligen Kinderzimmer. Der hat aber wom?glich gravierende Auswirkungen auf den Alltag und das Wohlbefinden aller Beteiligten. Auch juristisch gibt es einige Fragen: Kann man ohne Weiteres die Kinder zur?ck ins Haus holen? Was ist, wenn der Partner mitkommt? Welche Bestimmungen gelten f?r Mietwohnungen? Die ARAG Experten kl?ren auf.

Ungl?ckliche Eltern
Obwohl die Vorstellung, dass die Kinder irgendwann wieder die elterliche N?he suchen, gerade f?r Eltern pubertierender Jugendlicher beneidenswert klingen mag, bedeutet es in der Realit?t aber meistens eine Verschlechterung der elterlichen Lebensqualit?t. Wissenschaftler fanden heraus, dass Eltern eine kurze Trauerphase durchlaufen, wenn der Nachwuchs die elterliche T?r hinter sich zugezogen hat. Sie erleben jedoch unmittelbar danach oft ein wahres Revival, fangen an, eine Fremdsprache zu lernen oder suchen sich ganz neue Hobbys. Wird die neue Freiheit durch die R?ckkehr der Spr?sslinge ausgebremst oder sogar zunichte gemacht, sinkt das Wohlbefinden der Eltern deutlich.

Auch die Kinder selbst f?hlen sich oft nicht wohl. Die Dienstleistungen von Hotel Mama werden zwar wieder in Anspruch genommen, aber bestimmte Freiheiten m?ssen wieder aufgegeben werden. Feste Abl?ufe im Haushalt, von denen sich der Nachwuchs freigek?mpft hatte, verschaffen sich wieder Geltung. Da der Grund f?r den Wiedereinzug meist negativ behaftet ist, tr?gt der Stress zus?tzlich zum h?uslichen Unbehagen bei.

Lasst uns mal ?ber Geld reden…
Ziehen erwachsene Kinder zur?ck zu ihren Eltern, f?hlen die Eltern das wom?glich auch im Geldbeutel. Das Ph?nomen der Bumerangkinder hat in den westlichen L?ndern vor allem nach der Finanzkrise 2008 zugenommen. R?ckkehrer sind oft finanziell kaum ?berlebensf?hig. Trotz guter Ausbildung l?sst sich kein Job finden, der f?r die Miete und das Leben in den Gro?st?dten ausreicht. Sie sind also in vielen F?llen wieder auf das Einkommen der Eltern angewiesen. Doch wie klappt eine gerechte Aufteilung der Lebenskosten? Kann man Miete von den Kindern verlangen? Die Kinder mietfrei in der eigenen Immobilie wohnen zu lassen, ist nat?rlich grunds?tzlich m?glich. L?sst die finanzielle Situation der Eltern das nicht zu, raten ARAG Experten aber, klare Rahmenbedingungen zu schaffen – am besten schriftlich. Dazu geh?rt eine Auflistung der Rechte und Pflichten im Haushalt, ein Enddatum des Aufenthalts und eine Verteilung der finanziellen Mehrbelastung f?r die Eltern. Es bereitet au?erdem die R?ckkehrer darauf vor, im Leben durchzustarten. Vereinbaren Eltern mit ihren R?ckkehrern eine “Miete”, deckt diese oft mehr ab als die herk?mmliche Warm- und Kaltmiete. Denn viele Eltern bieten ihren Kindern ja aus N?chstenliebe das Rundum-Sorglospaket mit Waschdienst, Internetzugang und vielem mehr an.

Kinder in der Mietwohnung
Grunds?tzlich braucht ein Mieter die Erlaubnis des Vermieters, um die Wohnung oder Teile davon zur Untervermietung anzubieten. Das ist allerdings nicht der Fall, wenn es sich um die eigenen Kinder oder den Ehepartner handelt. Die Aufnahme solcher Gruppen gilt rechtlich nicht als Untervermietung, sondern als vertragsgem??e Nutzung und bedarf daher keiner Erlaubnis des Vermieters (Landgericht Potsdam, Az.: 4 S 96/12). Dieser Entscheidung liegt der im Gesetz verankerte besondere Schutz der Familie zugrunde. Das gilt allerdings nur, solange durch den Einzug des Kindes die Wohnung nicht ?berbelegt wird (Amtsgericht M?nchen, Az.: 415 C 3152/15). Und auch, wenn es den Eltern wichtig ist, die finanzielle Beteiligung des Kindes formell in einem Untermietvertrag festzuhalten, sollte die Erlaubnis des Vermieters zum Abschluss eines entsprechenden Vertrages eingeholt werden.

Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/ehe-und-familie/

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