Pflegefall – was nun? – Verbraucherinformation der DKV

Die wichtigsten Fakten zum Thema “Pflege” f?r Angeh?rige und Betroffene

Rund 4 Millionen Pflegebed?rftige leben derzeit in Deutschland, Tendenz steigend. Dirk G?rgen, Pflegeexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, fasst die wichtigsten Fragen zusammen, die im Pflegefall auf Angeh?rige und Betroffene zukommen. Zudem gibt er einen ?berblick, was die gesetzliche Pflegepflichtversicherung leistet – und was nicht.

Erste Anlaufstellen

Viele Familien trifft es unvorbereitet, wenn auf einmal Opa, Mutter oder Tante pflegebed?rftig werden. Wie sollen sie die Pflege organisieren? Und wo bekommen sie Hilfe? Eine erste Anlaufstelle sind die lokalen Pflegest?tzpunkte, Adresse und Kontaktdaten finden sich unter www.pflegestuetzpunkte-deutschlandweit.de. Privatversicherte wenden sich an die compass-Pflegeberater. Wer eine private Pflegezusatzversicherung beispielsweise bei der DKV besitzt, dem stehen auch die Pflegespezialisten der WDS.care zur Seite. Liegt ein Angeh?riger im Krankenhaus, kann der soziale Dienst des Krankenhauses weiterhelfen.

Pflegezeit – f?r den Akutfall oder l?nger

Tritt in der Familie pl?tzlich ein Pflegefall ein, k?nnen sich Angestellte normalerweise bis zu zehn Tage zus?tzlich frei nehmen, um die Betreuung zu organisieren. Jetzt, w?hrend der Corona-Pandemie, sind es sogar 20 Tage. “Aktuell ben?tigen Angeh?rige wegen der Engp?sse bei den Pflegediensten und dem eingeschr?nkten Unterst?tzungsangebot l?nger, um eine gute L?sung f?r ihre Angeh?rigen zu finden”, erkl?rt Dirk G?rgen. Arbeitgeber m?ssen diesen Sonderurlaub gew?hren, k?nnen aber ein Attest verlangen. “Wenn die Pflege in h?uslicher Umgebung stattfindet, k?nnen Arbeitnehmer eine bis zu sechs Monate dauernde Pflegezeit beantragen”, so G?rgen. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber mindestens 15 Angestellte besch?ftigt und der Angeh?rige einen Pflegegrad hat. In Betrieben ab 25 Besch?ftigten ist es im Rahmen der Familienpflegezeit sogar m?glich, sich bis zu zwei Jahre teilweise freistellen zu lassen.

Pflegegrad = Voraussetzung f?r Pflegeleistung

Pflegebed?rftigen stehen Pflegeleistungen zu. Welche das sind und wie hoch sie ausfallen, h?ngt vom Pflegegrad des Betroffenen ab. Angeh?rige k?nnen die Feststellung des Pflegegrads bei der Pflegekasse beantragen, die dann ein Gutachten beauftragt. “Betroffene und deren Angeh?rige sollten sich auf den Termin mit dem Gutachter gut vorbereiten”, r?t der Pflegeexperte. Der Medizinische Dienst der Privaten Krankenversicherungen bietet hierzu unter www.medicproof.de umfangreiche Informationen und Erkl?rvideos. Es kann beispielsweise hilfreich sein, wenn sich die Antragssteller vorab ?berlegen, in welchen Bereichen sie sich Hilfe w?nschen. “Bei der Begutachtung sollte ein Angeh?riger anwesend sein, der den Pflegebed?rftigen gut kennt”, empfiehlt G?rgen. Denn: Falls der Betroffene sich vor dem Gutachter sch?mt und versucht, Schw?chen zu ?berspielen, kann diese Person eingreifen und eine allzu positive Darstellung relativieren.

Beurteilung der Pflegebed?rftigkeit

Die Gutachter pr?fen sechs Lebensbereiche, die sogenannten Module. Das sind zum Beispiel Mobilit?t, kognitive und kommunikative F?higkeiten, Selbstversorgung und Haushaltsf?hrung. “Die Module flie?en mit unterschiedlicher Gewichtung in die Beurteilung der Pflegebed?rftigkeit ein”, so der Pflegeexperte der DKV. “Die Selbstversorgung macht dabei mit 40 Prozent den gr??ten Anteil aus.” Hat sich der Gutachter ein Gesamtbild vom Zustand des Pflegebed?rftigen gemacht, weist er ihm einen von f?nf Pflegegraden zu. Pflegegrad 1 bedeutet dabei geringe Beeintr?chtigung, Pflegegrad 5 schwerste Beeintr?chtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung

“Je h?her der Pflegegrad, desto umfangreicher die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung”, fasst Dirk G?rgen zusammen. Welche Betr?ge wof?r und bei welchem Pflegegrad zur Verf?gung stehen, erfahren Interessierte zum Beispiel bei ERGO impulse. Abh?ngig vom Pflegegrad unterst?tzt dann die Pflegeversicherung unter anderem mit Entlastungsbeitr?gen, beispielsweise f?r eine Haushaltshilfe oder f?r Pflegehilfsmittel. Sie f?rdert zudem den altersgerechten Umbau der Wohnung sowie den Umzug in eine ambulante Wohngruppe f?r Pflegebed?rftige. Ab Pflegegrad 2 haben Betroffene Anspruch auf zahlreiche weitere Pflegeleistungen, etwa Pflegegeld f?r die Pflege zu Hause durch Familie beziehungsweise Freunde oder Pflegesachleistungen, wenn der Betroffene einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nimmt. Auch f?r die vollstation?re Pflege im Pflegeheim, f?r Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege stehen monatlich bestimmte Betr?ge zur Verf?gung. Die H?he der Geldleistungen h?ngt dabei vom Pflegegrad ab.

Neues Pflegegesetz

In den meisten F?llen deckt die gesetzliche Pflegeversicherung die Pflegekosten nur teilweise ab. “Wer den Eigenanteil nicht selbst stemmen kann, bei dem springt zun?chst das Sozialamt ein”, wei? G?rgen. Bisher holte es sich das Geld dann von den erwachsenen Kindern zur?ck. Seit Januar dieses Jahres geht das aber nur noch bei einem Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro brutto.

Private Pflegezusatzversicherung

Egal, wie viel Einkommen oder Verm?gen ein Pflegebed?rftiger oder seine Angeh?rigen haben: Eine private Pflegezusatzversicherung ist immer sinnvoll. G?rgen: “Im Pflegefall hilft sie, finanziell unabh?ngig zu bleiben und die Finanzierungsl?cke zu schlie?en.” Au?erdem kann eine Zusatzversicherung helfen, Verm?gen und Ersparnisse zu schonen, das Erbe zu erhalten oder den Gang zum Sozialamt zu ersparen.
Anzahl der Anschl?ge (inkl. Leerzeichen): 5.520

Weitere Ratgeberthemen finden Sie unter www.ergo.com/ratgeber. Weitere Informationen zur Krankenversicherung finden Sie unter www.dkv.de.

Das bereitgestellte Bildmaterial darf mit Quellenangabe (Quelle: ERGO Group) zur Berichterstattung ?ber die Unternehmen und Marken der ERGO Group AG sowie im Zusammenhang mit unseren Ratgebertexten honorar- und lizenzfrei verwendet werden.

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Pflegefall – was nun? – Verbraucherinformation der DKV

Die wichtigsten Fakten zum Thema “Pflege” f?r Angeh?rige und Betroffene

Rund 4 Millionen Pflegebed?rftige leben derzeit in Deutschland, Tendenz steigend. Dirk G?rgen, Pflegeexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, fasst die wichtigsten Fragen zusammen, die im Pflegefall auf Angeh?rige und Betroffene zukommen. Zudem gibt er einen ?berblick, was die gesetzliche Pflegepflichtversicherung leistet – und was nicht.

Erste Anlaufstellen

Viele Familien trifft es unvorbereitet, wenn auf einmal Opa, Mutter oder Tante pflegebed?rftig werden. Wie sollen sie die Pflege organisieren? Und wo bekommen sie Hilfe? Eine erste Anlaufstelle sind die lokalen Pflegest?tzpunkte, Adresse und Kontaktdaten finden sich unter www.pflegestuetzpunkte-deutschlandweit.de. Privatversicherte wenden sich an die compass-Pflegeberater. Wer eine private Pflegezusatzversicherung beispielsweise bei der DKV besitzt, dem stehen auch die Pflegespezialisten der WDS.care zur Seite. Liegt ein Angeh?riger im Krankenhaus, kann der soziale Dienst des Krankenhauses weiterhelfen.

Pflegezeit – f?r den Akutfall oder l?nger

Tritt in der Familie pl?tzlich ein Pflegefall ein, k?nnen sich Angestellte normalerweise bis zu zehn Tage zus?tzlich frei nehmen, um die Betreuung zu organisieren. Jetzt, w?hrend der Corona-Pandemie, sind es sogar 20 Tage. “Aktuell ben?tigen Angeh?rige wegen der Engp?sse bei den Pflegediensten und dem eingeschr?nkten Unterst?tzungsangebot l?nger, um eine gute L?sung f?r ihre Angeh?rigen zu finden”, erkl?rt Dirk G?rgen. Arbeitgeber m?ssen diesen Sonderurlaub gew?hren, k?nnen aber ein Attest verlangen. “Wenn die Pflege in h?uslicher Umgebung stattfindet, k?nnen Arbeitnehmer eine bis zu sechs Monate dauernde Pflegezeit beantragen”, so G?rgen. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber mindestens 15 Angestellte besch?ftigt und der Angeh?rige einen Pflegegrad hat. In Betrieben ab 25 Besch?ftigten ist es im Rahmen der Familienpflegezeit sogar m?glich, sich bis zu zwei Jahre teilweise freistellen zu lassen.

Pflegegrad = Voraussetzung f?r Pflegeleistung

Pflegebed?rftigen stehen Pflegeleistungen zu. Welche das sind und wie hoch sie ausfallen, h?ngt vom Pflegegrad des Betroffenen ab. Angeh?rige k?nnen die Feststellung des Pflegegrads bei der Pflegekasse beantragen, die dann ein Gutachten beauftragt. “Betroffene und deren Angeh?rige sollten sich auf den Termin mit dem Gutachter gut vorbereiten”, r?t der Pflegeexperte. Der Medizinische Dienst der Privaten Krankenversicherungen bietet hierzu unter www.medicproof.de umfangreiche Informationen und Erkl?rvideos. Es kann beispielsweise hilfreich sein, wenn sich die Antragssteller vorab ?berlegen, in welchen Bereichen sie sich Hilfe w?nschen. “Bei der Begutachtung sollte ein Angeh?riger anwesend sein, der den Pflegebed?rftigen gut kennt”, empfiehlt G?rgen. Denn: Falls der Betroffene sich vor dem Gutachter sch?mt und versucht, Schw?chen zu ?berspielen, kann diese Person eingreifen und eine allzu positive Darstellung relativieren.

Beurteilung der Pflegebed?rftigkeit

Die Gutachter pr?fen sechs Lebensbereiche, die sogenannten Module. Das sind zum Beispiel Mobilit?t, kognitive und kommunikative F?higkeiten, Selbstversorgung und Haushaltsf?hrung. “Die Module flie?en mit unterschiedlicher Gewichtung in die Beurteilung der Pflegebed?rftigkeit ein”, so der Pflegeexperte der DKV. “Die Selbstversorgung macht dabei mit 40 Prozent den gr??ten Anteil aus.” Hat sich der Gutachter ein Gesamtbild vom Zustand des Pflegebed?rftigen gemacht, weist er ihm einen von f?nf Pflegegraden zu. Pflegegrad 1 bedeutet dabei geringe Beeintr?chtigung, Pflegegrad 5 schwerste Beeintr?chtigung mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung.

Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung

“Je h?her der Pflegegrad, desto umfangreicher die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung”, fasst Dirk G?rgen zusammen. Welche Betr?ge wof?r und bei welchem Pflegegrad zur Verf?gung stehen, erfahren Interessierte zum Beispiel bei ERGO impulse. Abh?ngig vom Pflegegrad unterst?tzt dann die Pflegeversicherung unter anderem mit Entlastungsbeitr?gen, beispielsweise f?r eine Haushaltshilfe oder f?r Pflegehilfsmittel. Sie f?rdert zudem den altersgerechten Umbau der Wohnung sowie den Umzug in eine ambulante Wohngruppe f?r Pflegebed?rftige. Ab Pflegegrad 2 haben Betroffene Anspruch auf zahlreiche weitere Pflegeleistungen, etwa Pflegegeld f?r die Pflege zu Hause durch Familie beziehungsweise Freunde oder Pflegesachleistungen, wenn der Betroffene einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nimmt. Auch f?r die vollstation?re Pflege im Pflegeheim, f?r Tages- und Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege stehen monatlich bestimmte Betr?ge zur Verf?gung. Die H?he der Geldleistungen h?ngt dabei vom Pflegegrad ab.

Neues Pflegegesetz

In den meisten F?llen deckt die gesetzliche Pflegeversicherung die Pflegekosten nur teilweise ab. “Wer den Eigenanteil nicht selbst stemmen kann, bei dem springt zun?chst das Sozialamt ein”, wei? G?rgen. Bisher holte es sich das Geld dann von den erwachsenen Kindern zur?ck. Seit Januar dieses Jahres geht das aber nur noch bei einem Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro brutto.

Private Pflegezusatzversicherung

Egal, wie viel Einkommen oder Verm?gen ein Pflegebed?rftiger oder seine Angeh?rigen haben: Eine private Pflegezusatzversicherung ist immer sinnvoll. G?rgen: “Im Pflegefall hilft sie, finanziell unabh?ngig zu bleiben und die Finanzierungsl?cke zu schlie?en.” Au?erdem kann eine Zusatzversicherung helfen, Verm?gen und Ersparnisse zu schonen, das Erbe zu erhalten oder den Gang zum Sozialamt zu ersparen.
Anzahl der Anschl?ge (inkl. Leerzeichen): 5.520

Weitere Ratgeberthemen finden Sie unter www.ergo.com/ratgeber. Weitere Informationen zur Krankenversicherung finden Sie unter www.dkv.de.

Das bereitgestellte Bildmaterial darf mit Quellenangabe (Quelle: ERGO Group) zur Berichterstattung ?ber die Unternehmen und Marken der ERGO Group AG sowie im Zusammenhang mit unseren Ratgebertexten honorar- und lizenzfrei verwendet werden.

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