Binz, die Perle der Ostsee: Direkt am Meer mit Wellenrauschen

Der Gigant von Prora – eine riesige Immobilie als Verdichtungsort deutscher Geschichte, von Thomas Friese, Immobilien und Projekt Entwickler aus Berlin/ Oldenburg

Als vor 16.000 Jahren, nach der letzten Eiszeit, sich das Eis immer weiter Richtung Norden zur?ck zog verblieb im Osten Deutschlands eine K?stenlandschaft, die von unglaublicher Sch?nheit ist. Die Ostsee ein friedliches Meer, Kreidefelsen, eine abwechslungsreiche K?ste, wie ein Gott sie h?tte nicht sch?ner zeichnen k?nnen. Eine Insel wie R?gen entstand. Vor tausend Jahren traten sich Grundherren “derer zu Putbus” hervor. Die Besiedlung ging weiterschleppend voran, den Herren von Putbus in Putbus auf R?gen waren ma?geblich beteiligt, ?ber lange Jahrzehnte belehnt, dann Eigent?mer riesiger Fl?chen, ihnen geh?rte die die Landschaft, die K?ste, die Menschen, die D?rfer, die Gemeinden. Alles lief bestens: Regierungen kamen und gingen. Fast tausend Jahre war das alte Adelsgeschlecht f?hrend auf der Insel. Irgendwann entstanden auch Grundb?cher, die die Herren zu Putbus als Eigent?mer eines besonders sch?nen K?stenstreifens an der Ostsee auswiesen. W?hrend also die Kulisse ein St?ck vom Himmel darstellen, bahnte sich um die Fl?che auf der jetzt die Immobilie Prora ein t?dliches Drama an.

Malte zu Putbus im Konflikt ?ber das Grundst?ck – ” das merke er sich, F?hnleinf?hrer”

Irgendwann etablierte sich in Putbus auf R?gen der m?chtige Grundherr “Malte von und zu Putbus”, w?hrend in Berlin die Nationalsozialisten regierten. 1935 dann ein Zerw?rfnis, des Grundherrn Putbus, eigentlich Nationalsozialist, mit den regionalen Parteibonzen ?ber ein Bau-Projekt. Malte von und zu Putbus war Eigent?mer des Gel?ndes, auf dem ein riesige staatliche Freizeitanlage gebaut werden sollte. Die Nazis plante “Kraft durch Freude”. Das bedeutet Urlaub f?r die hart arbeitenden Volksgenossen. 20.000 Menschen sollten in der riesigen Ferienanlage Platz finden. Wenn dort in den Sommermonaten jeweils Familie zwei Wochen Urlaub machen, w?ren binnen von 20 Jahren die halbe Volksgemeinschaft durch diese Immobilie geschleust worden.

Ein Riesenprojekt, Malte zu Putbus, der stolze Grundherr sollte daf?r sein Grundst?ck hergeben. Die Grundst?cksfl?che direkt an der Ostsee war im Grunde extrem klein in Bezug auf seine sonstigen G?ter auf der Insel. Auf der anderen Seite hatte die Familie schon von der Entwicklung des D?rfchens Binz ganz in der N?he profitiert und landwirtschaftlich kaum nutzbare Fl?che an neureiche Berliner verkauft, die sich dort Villen bauten. Um das Gel?nde Prora entstand Streit; legend?r das Zitat … “das merke er sich, F?hnleinf?hrer” mit dem der Malte zu Putbus einen ?rtlichen Parteibonzen abgekanzelt hatte. Dieser Malte zu Putbus ?berlebte den Zweiten Krieg wie viele anderen Millionen nicht. Er wurde 1945 von den Nazis hingerichtet. Der Zweite Weltkrieg ging verloren; die Familie wurde enteignet und auf dem Grundst?ck stand eine inzwischen ein riesiges Geb?ude, teils halbfertig. Aber solide gebaut; viel Beton und viel Stahl. Den Nazis war w?hrend des Krieges die Puste zum Weiterbau ausgegangen.

Nach 1990 “R?gen zur?ck in Junkerhand?”

Eine Petitesse am Rande der Geschichte der Herren zu Putbus auf R?gen. Seine Erben verlangten nach dem ein Zwischen Regime wie das der Deutschen Demokratischen Republik 1990 untergegangen war, in einem aufsehenerregenden Prozess weite Teile R?gens als Eigentum zur?ck. Erst das Bundesverwaltungsgericht beendete diesen Rechtsstreit und entschied: die Herren zu Putbus bekommen ihr Land nicht zur?ck.

Wie sollte ein Staat wie die Bundesrepublik mit den Konflikten nach 1990 umgehen? Privates Eigentum ist als “Mutter aller freiheitlichen Grundrechte” bezeichnet worden. Eigentum – das sieht R?gen an den Grundherren seit 1.000 Jahren hat sicherlich eine noch viel l?ngere Geschichte. Aber das 19. Jahrhundert bietet durch die Einf?hrung des B?rgerlichen Gesetzbuches und damit einhergehend des Grundbuchs quasi ein Scharnier zwischen den fr?heren Aufschreibsystemen von Eigentum und der Form des Grundbuchs, die bis heute noch gilt. Wer im Grundbuch steht, ist Eigent?mer. Mit diesem Grundsatz wurde es auch f?r die Neuordnung des Eigentums nach 1990 zentral. Die in der DDR nicht aufgearbeiteten Enteignungen des Nationalsozialismus wurden, nach 1990 wieder relevant. Die 1990er Jahre stellten also eine wichtige Zeit f?r eine Neuordnung des Eigentums dar, die durchaus f?r ?rger sorgte. Zugleich l?sst sich aber durchweg beobachten, dass die zugrundeliegenden Ideen und Konzepte von Wohneigentum bei den Akteuren weitgehend unver?ndert blieben. Aber zur?ck in das Jahr 1945.

Nazis bauen, DDR nutzt das Geb?ude milit?risch und die BRD macht daraus Luxuswohnungen

Die DDR wusste die halbe Ruine gut zu nutzen. F?r ein Regime, dass auf Milit?r und Unterdr?ckung setzte, passte das in die Landschaft. Wie viele Schicksale, wie viele pers?nliche schlimme Erlebnisse f?r damalige DDR B?rger sind dann mit der Immobilie Prora verbunden. Hier war eine riesige Kaserne, hier munkelt man im Ort wurden ausl?ndische Soldaten ausgebildet, die kapitalistischen Feindesland t?tig werden sollten. ?ber 100.000 Menschen besuchen heute noch jedes Jahr die Immobilie Prora. Viele mit den Gedanken an ihre vergangene Jugend und die schlimmen Erlebnisse. Nach der Wende ?bernahmen neue Kr?fte. Der Kapitalismus zog wieder ein, allerdings unter neuen Vorzeichen. Die milit?rische Nutzung endete. Die “Soziale Marktwirtschaft” schaffte es einige Jahre nicht, die Immobilie dem Markt zuzuf?hren. Die gammelte vor sich hin. Ein Museum entstand.

Ein neuer Wandel. Hunderte Luxuswohnungen wurden gebaut, die angesichts der wirtschaftlichen Verh?ltnisse unserer Zeit, den Verk?ufern aus der Hand gerissen werden.

Fazit: Der Gigant von Prora mit direktem Zugang ?ber den Ostseestrand in die Ostsee – eine Chance f?r neue Geschichten.

Sollte Malte von Putbus von oben noch einmal schauen, w?rde er sich wundern, was aus seinem Grundst?ck geworden ist. Im Grunde war dieser schmale Streifen an der Ostsee f?r die Landwirtschaft mit Sandboden nicht gro?artig nutzbar.

Erst in Junkerhand, dann Kraft durch Freude Projekt, DDR-Milit?r und jetzt: Der Kapitalismus hat gesiegt, die Immobilie geh?rt nicht einer Volksgemeinschaft. Reiche Rechtsanw?lte, Notare, Wirtschaftspr?fer und andere, die sich Eigentumswohnungen im Preis von bis zu 10.000 EUR pro Quadratmeter in einer Toplage direkt am Strand leisten k?nnen. Kritisch formuliert, vielleicht doch eine neue “Kaserne” f?r Reiche. So geht die Geschichte des Giganten von Prora weiter. Geballte deutsche Geschichte zum Anfassen. Die Immobilie von Prora geht seit der Grundsteinlegung dem 100. Geburtstag entgegen. Stein ist geduldig.

V.i.S.d.P.:

Thomas Friese

Projektentwickler & Immobilienexperte

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