Gewalt bei Massendemonstration: Hongkonger protestieren wieder


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Bis zu 230.000 Menschen beteiligten sich, Schätzungen zufolge, an der Demonstration in Hongkong.

(Foto: picture alliance/dpa)

Tausende Menschen demonstrieren erneut auf den Straßen der südchinesischen Metropole Hongkong gegen die Regierung. Auch dieses Mal greift die Polizei mit Schlagstöcken ein. Doch das kann das Aufbegehren der Bevölkerung nicht stoppen.

Bei Protesten gegen die Regierung in Hongkong ist es erneut zu Gewalt gekommen. Wie ein AFP-Reporter berichtete, ging die Polizei am Abend im Viertel Mongkok mit Schlagstöcken gegen rund 300 mehrheitlich junge und maskierte Demonstranten vor. Unklar blieb zunächst, was den Einsatz der Polizei ausgelöst hatte, nachdem den Tag über friedlich gegen die pekingtreue Führung der chinesischen Sonderverwaltungszone demonstriert worden war.

Seit der Besetzung des Hongkonger Parlaments und den Ausschreitungen vor einer Woche sind wieder Demonstranten in der chinesischen Sonderverwaltungszone auf die Straße gegangen. Der Protestmarsch im Bezirk Kowloon richtete sich erneut gegen das umstrittene Auslieferungsgesetz an China, das die Finanzmetropole seit Wochen in Atem hält.

Nach unterschiedlichen Angaben von Polizei und Organisatoren beteiligten sich zwischen 56.000 und mehr als 230.000 Menschen an dem Marsch. Der Protestzug endete vor dem Schnellzugbahnhof für Verbindungen auf das chinesische Festland. Reisende mussten wegen der Demonstration deutliche Verspätungen hinnehmen.

Die Organisatoren des Marsches wählten den Ort am Bahnhof nach eignen Angaben, um chinesischen Touristen ihr Anliegen zu erklären. Anders als in Hongkong wird über die anhaltenden Proteste in China kaum berichtet, da dort die Medien streng zensiert sind.

Rücknahme von Gesetz gefordert

Das Auslieferungsgesetz würde es den Behörden Hongkongs erlauben, von China beschuldigte Personen an die Volksrepublik auszuliefern. In den vergangenen Wochen erlebte Hongkong wegen des Gesetzes die größten Proteste seit drei Jahrzehnten. Immer wieder gingen die Hongkonger auf die Straße, um gegen die Politik von Regierungschefin Carrie Lam zu protestieren. Lam hatte das Auslieferungsgesetz nach dem Aufschrei in der Bevölkerung zwar auf Eis gelegt. Die Demonstranten fordern aber die offizielle Rücknahme des Gesetzes.

Am 1. Juli 1997 hatte Großbritannien seine Kronkolonie Hongkong an China zurückgegeben. Eigentlich stehen den Hongkongern nach dem Rückgabevertrag bis 2047 mehr Freiheiten zu als den Chinesen in der Volksrepublik. Doch immer mehr Hongkonger fühlen, dass Peking schon jetzt ihre Rechte beschneidet.



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