Zoff um geplatzten Deal: BMW soll FC Bayern Schadenersatz zahlen


111999117.jpg

BMW wollte Audi als Partner des FC Bayern ablösen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das gescheiterte Sponsoring-Geschäft zwischen dem FC Bayern München und BMW könnte ein teures Nachspiel haben. Laut Medienberichten fordert der deutsche Rekordmeister einen zweistelligen Millionenbetrag von dem Autobauer.

Weil ein 800-Millionen-Euro schwerer Sponsoring-Vertrag mit BMW, der bereits unter Dach und Fach schien, am Ende doch noch platzte, fordert der Bundesligist FC Bayern München nach übereinstimmenden Medienberichten nun offenbar eine Entschädigung. Wäre der Deal zustande gekommen, wäre es der größte in der Bundesliga-Geschichte gewesen.

Laut “Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung” (FAS) soll der FC Bayern einen Betrag zwischen 10 und 20 Millionen Euro von BMW fordern. In einem Vorvertrag, den beide Parteien unterschrieben hätten, seien konkrete Summen festgeschrieben worden, schreibt die “tz”. Einzelnen Abteilungen des Fußballclubs seien aus dem Vertrag bereits konkrete Summen in Aussicht gestellt worden, schreibt die “Bild”-Zeitung.

Der Vertrag zwischen dem Autobauer und dem deutschen Rekordmeister sollte spätestens ab 2025 in Kraft treten und für zehn Jahre gelten. BMW sollte perspektivisch auch neuer Gesellschafter der Bayern München AG werden.

Die Angaben, wer den Deal am Ende platzen ließ, variieren. Zum Scheitern brachte das Geschäft laut FAS aber wohl eine von BMW Anfang Mai vorgebrachte “nicht erfüllbare” Forderung. Welche, ist nicht bekannt. Vieles deutet aber darauf hin, dass es dabei um Alt-Sponsor Audi ging. Die VW-Tochter ist seit Jahren exklusiver Autopartner des FC Bayern München und seit 2010 mit 8,3 Prozent an der AG beteiligt. Die Verbindungen zwischen beiden Unternehmen sind eng: VW-Chef Herbert Diess sitzt im Aufsichtsrat des Clubs.

Was ist schief gelaufen?

BMW soll von Anfang an Wert darauf gelegt haben, vorzeitig in den Sponsoringvertrag einsteigen zu können – und nicht erst nach dem Jahr 2025. Es könnte sein, dass BMW nicht selbst mit Audi über eine Ablösung verhandeln wollte, sondern diese Gespräche dem Vorstand des Clubs überlassen wollte, schreibt die FAS.

Der Vorstand hatte BMW zuvor offenbar in Aussicht gestellt, dass der Vertrag mit Audi vorzeitig aufgelöst werden könnte. Der Ingolstädter Autobauer betonte jedoch Mitte März, dass es zu keiner vorzeitigen Aufhebung der Vereinbarungen mit dem FC Bayern kommen werde: “Wir werden den Vertrag bis 2025 aussitzen”, ließ Audi-Chef Bram Schrot wissen.

Der Niederländer bot dem FC Bayern gleichzeitig eine Verlängerung über das Jahr 2025 an – zu ab sofort geltenden verbesserten Konditionen. Das neue Angebot, das bis 2032 gelten und ein Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro haben soll, ist kleiner als das Paket von BMW. Teile dieses Differenzbetrags soll der FC Bayern nun von BMW einfordern.



Source link Business