Kontakte zur NPD: AfD-Landeschef droht Parteiausschluss


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Dennis Augustin gehört zum sehr rechten Flügel der AfD.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Reise zu einem NPD-Ausbildungslehrgang in Italien könnte dem AfD-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern zum Verhängnis werden: Dennis Augustin droht der Rauswurf aus seiner Partei. Für ihn scheint der Fehler dagegen nicht gravierend zu sein.

Mecklenburg-Vorpommerns AfD-Chef Dennis Augustin droht wegen Kontakten zur rechtsextremen NPD vor 30 Jahren der Rauswurf aus seiner Partei. Der AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland sagte: “Die zuständigen Gremien sollten ein Parteiausschlussverfahren einleiten. Wir werden im Bundesvorstand darüber sprechen.” Der Co-Landesvorsitzende Leif-Erik Holm legte Augustin nahe, “selbst die Reißleine zu ziehen”. Ansonsten werde sich der Landesvorstand in der nächsten Woche damit befassen müssen.

Nach einem Bericht des Neubrandenburger “Nordkuriers” soll Augustin 1989 an einem NPD-internen Ausbildungslehrgang in Italien teilgenommen haben. Der damals 19-Jährige sei als “Grundlehrgangs-Bester” vom späteren NPD-Chef Udo Voigt ausgezeichnet worden.

Augustin bestätigte auf seiner Facebook-Seite das damalige Geschehen. “Ja, ich habe mich vor 30 Jahren mal von Gleichaltrigen mitreißen lassen und mir verschiedene Dinge angeschaut. Und dabei bin ich auch mal mit nach Italien gefahren und habe eine Urkunde bekommen”, heißt es dort. Junge Menschen machten Fehler. Eine “kleine Verfehlung” werde nun zum Skandal aufgebauscht. Er habe keine Karriere in der NPD gemacht, sondern sei über Jahrzehnte überhaupt nicht politisch aktiv gewesen und erst 2016 in die AfD eingetreten.

Vielversprechender Parteikader?

Der “Nordkurier” veröffentlichte Fotos, die dem Blatt zufolge aus einer Ausgabe der NPD-Parteizeitung “Deutsche Stimme” von 1989 stammen. Die Fotos seien in Italien aufgenommen worden, wo die NPD ein “Nationaldemokratisches Bildungszentrum” betrieben habe. Es habe “Grundlehrgänge” für vielversprechende Parteikader organisiert, um sie auf eine politische Zukunft in der rechtsextremen Partei vorzubereiten.

Augustin gilt als Rechtsaußen-Politiker und ist Co-Landesvorsitzender neben Holm, der zugleich Vizechef der AfD-Bundestagsfraktion ist und dem gemäßigten Lager zugerechnet wird. Zwischen den beiden knirscht es seit Längerem erheblich. Augustin mutmaßte auf seiner Facebook-Seite, es handele sich bei der Veröffentlichung um einen Versuch, ihn in der AfD kaltzustellen. Holm hingegen erklärte: “Es ist ausgesprochen unehrlich, solche wichtigen Details des eigenen Lebens zu verschweigen.”



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