E-Roller auf Radwegen: Wenn Spazierengehen zur Mutprobe wird


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Auch das rotrotgrünregierte Berlin bekommt keine Verkehrswende hin.

(Foto: imago/Seeliger)

Die Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern heizt die Politik künftig noch mit Elektrorollern an. Im Fonds der Dienstlimousine ist eine echte Verkehrswende schnell vergessen.

Wer Sehnsucht nach einer Mutprobe hat, sollte in Berlin 50 Meter zu Fuß auf dem Radweg laufen. Herzlichen Glückwunsch, wer das überlebt! Gleichzeitig kurven Radfahrer wie selbstverständlich über Bürgersteige. Kein Problem für die Berliner Polizei, die diesen rechtsfreien Raum ebenso duldet wie den Drogenhandel im Görlitzer Park. Man kann sich vorstellen, wie es ausschaut, wenn sich dort nun auch noch Elektroroller ins Chaos stürzen.

Schuld an diesen Zuständen sind nicht die Fußgänger, Rad- und Rollerfahrer. Schuld sind Verkehrspolitiker, die im Fonds ihrer Dienstlimousine längst den Überblick verloren haben und die übrigen Verkehrsteilnehmer ungerührt aufeinander hetzen. Breite Straßen für breite SUVs, lautet offenbar das Motto. Selbst das rotrotgrünregierte Berlin bekommt keine Verkehrswende hin, da vermutlich Geld gespart wird, um Wohnungseigentümer zu enteignen. Das schafft zwar keinen neuen Wohnraum, aber immerhin das gute Gefühl, etwas zu tun.

Längst getan wurde andernorts etwas. In Holland existieren großzügig dimensionierte Radschnellwege, die kreuzungslos von der Peripherie ins Zentrum führen. Ähnliches ist etwa in Kopenhagen und Basel zu bewundern. Bei uns heißt das Maß aller Dinge Münster, wo die Studenten allerdings jetzt schon erschrecken, wenn Rentner auf ihren E-Bikes im Affenzahn an allen vorbeibrettern.

Also: Mehr Platz für die alten und neuen Verkehrsteilnehmer! Vor allem für solche, die sich per pedes und auf zwei Rädern bewegen. Zu empfehlen wäre eine Exkursion des Deutschen Bundestages ins platte Nachbarland. Ein Verkehr, der funktioniert, und das ganz ohne Stress.



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