Machtkampf in Libyen: Merkel dringt auf Waffenstillstand


Libyens Regierungschef Sarradsch sucht in Europa Verbündete. Nach einem Gespräch mit Kanzlerin Merkel setzt diese sich für eine Waffenruhe in dem nordafrikanischen Land ein: Ziel müsse die Rückkehr zu einem politischen Prozess unter dem Schutz der UN sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für einen Waffenstillstand im Libyen während des bis zum 4. Juni dauernden islamischen Fastenmonats Ramadan ausgesprochen. Sie hatte zuvor den Vorsitzenden des libyschen Präsidialrates, Fajes al-Sarradsch, im Kanzleramt empfangen.

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Sarradsch traf Merkel bereits 2017 in Berlin.

(Foto: picture alliance / Maurizio Gamb)

Bei dem Gespräch sei es um die aktuelle Lage in Libyen seit Beginn der militärischen Offensive durch die Libysche Nationalarmee (LNA) unter Führung von General Haftar gewesen, teilte ein Regierungssprecher mit. Haftars Miliz, die ihre Machtbasis im Osten des Landes hat, hatte die von den Vereinten Nationen anerkannte libysche Regierung im Westen angegriffen.

Unter Schutz der UN

Merkel forderte beide Seiten auf, zu einem politischen Prozess unter dem Schirm der UN zurückzukehren. Den Waffenstillstand hatte der UN-Sondergesandten Ghassan Salame vorgeschlagen. Merkel und al-Serradsch hätten auch über die Flüchtlinge in dem nordafrikanischen Land gesprochen. Der libysche Regierungschef hatte zuvor Gespräche in Italien geführt und will am Mittwoch nach Paris reisen.

Vergangene Woche hatte die Kanzlerin bei einem Besuch in der Sahel-Zone angekündigt, sich um eine gemeinsame EU-Haltung im Libyen-Konflikt bemühen zu wollen. Während Frankreich auch Kontakte mit Haftar pflegt, unterstützen die EU und vor allem Italien die Regierung in Tripolis. Diese hat jedoch das Problem, dass sie außerhalb der Hauptstadt kaum Kontrolle in dem Land ausüben kann. Die LNA-Miliz von Haftar wiederum wird ihrerseits von der islamistischen Miliz IS im Süden des Landes attackiert.



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