Konferenz der kleinen Schritte: Serben und Kosovaren wollen weiter reden


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Gruppenfoto mit den Teilnehmern der Balkan-Konferenz im Kanzleramt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit 2014 führt Serbien Beitrittsverhandlungen mit der EU. Die Aussöhnung mit dem Kosovo gilt dabei als zentrale Bedingung für einen erfolgreichen Abschluss. Eine Annäherung Belgrads und Pristinas ist derzeit jedoch nicht in Sicht. Immerhin wird aber miteinander gesprochen.

Zum Abschluss der Balkankonferenz in Berlin haben sich die verfeindeten Nachbarn Serbien und Kosovo einmal mehr auf konstruktive Gespräche zur Beilegung ihres Konflikts geeinigt. So seien Belgrad und Pristina übereingekommen, “ihre Anstrengungen zur Umsetzung bestehender Vereinbarungen voranzutreiben”, teilte das Bundespresseamt mit.

Zudem wollten sich die beiden Staaten unter Vermittlung der EU wieder “konstruktiv” in den Dialog einbringen, um eine Lösung zu erzielen. Ähnliche Absichtserklärungen Serbiens und des Kosovos endeten in der Vergangenheit nach kurzer Zeit stets in neuem Streit.

Die Teilnehmer der Balkan-Konferenz unterstrichen die Bedeutung eines rechtlich bindenden Abkommens zwischen Belgrad und Pristina zur Normalisierung ihrer Beziehungen. Dies würde nicht nur zur Stabilität in der Region beitragen, sondern wäre auch von zentraler Bedeutung für den Weg Serbiens und Kosovos nach Europa.

Serbien führt seit 2014 Beitrittsverhandlungen mit der EU. Die Aussöhnung mit dem Kosovo gilt aber als zentrale Bedingung dafür, dass die Gespräche irgendwann einmal erfolgreich abgeschlossen werden können. Das fast ausschließlich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Belgrad, das das Kosovo als historisches Siedlungsgebiet der Serben auf dem Balkan betrachtet, hat dies nie anerkannt und betrachtet seine ehemalige Provinz weiterhin als eigenes Staatsgebiet – obwohl mehr als 100 Länder, darunter Deutschland, das Kosovo als Staat anerkennen.



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