Spionage in den USA: Russische Agentin zu Haftstrafe verurteilt


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Maria Butina posiert auf Fotos gerne mit Schusswaffen.

(Foto: AP)

Mit einem Studentenvisum reist die Russin Maria Butina in die USA. Durch die Beziehung mit einem Politikberater gelangt sie schnell in republikanische Kreise. Doch dann wird Butina als Agentin enttarnt. Nun verurteilt sie ein US-Gericht zu einer Gefängnisstrafe.

Eine in den USA festgenommene Russin ist wegen illegaler Agententätigkeit zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Das berichteten mehrere US-Medien übereinstimmend. Die Angeklagte Maria Butina hatte vor einem Bundesgericht in Washington eingeräumt, zwischen 2015 bis zu ihrer Festnahme im Juli 2017 unter Anleitung eines Moskauer Regierungsvertreters in den USA operiert zu haben. Das umfasst auch die Zeit des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016.

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Maria Butina bei einer Anhörung vor Gericht. (Skizze).

(Foto: AP)

Butina, die sich als Waffenrechtsaktivistin engagierte, soll unter anderem versucht haben, die US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) zu infiltrieren. Die NRA steht Republikanern von US-Präsident Donald Trump nahe. Für dieses Ziel nutzte die 30-Jährige wohl auch ihre Beziehung zu dem republikanischen Politikberater und NRA-Mitglied Paul Erickson, mit dem sie in Washington zusammenlebte. Ihr 26 Jahre älterer Liebhaber führte sie in die republikanischen Kreise ein.

Nach der Haft soll Butina abgeschoben werden

Laut dem FBI soll Butina geplant haben, “Moskaus langfristige strategische Ziele in den USA” voranzubringen. Dazu zähle, das Vertrauen in demokratische Prozesse zu untergraben, die US-Partnerschaft mit europäischen Verbündeten zu schwächen und Sanktionen zu unterlaufen. Im Fall von Butina habe es sich um eine “Verschwörung zur verdeckten Arbeit” in den USA gehandelt, mit “substanzieller Planung, internationaler Koordination und Vorbereitung”, so das FBI. Angeleitet und finanziert wurde Butina nach Erkenntnissen der US-Ermittler teilweise von Alexander Torschin, der Vizepräsident der russischen Zentralbank ist und Staatschef Wladimir Putin nahe steht.

Das Verfahren gegen Butina geht nicht auf die Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller zurück. Mueller hatte mögliche Absprachen von Vertretern des Trump-Lagers und Russlands im Wahlkampf 2016 untersucht. US-Geheimdienste werfen Russland eine versuchte Einflussnahme auf die damaligen US-Wahlen vor. Butina war mit einem Studentenvisum in den USA und in Washington immatrikuliert. Die US-Bundespolizei FBI hielt das Studium für eine Tarnung der Agententätigkeit. Der Fall erlangte in den USA viel Aufmerksamkeit – auch wegen Butinas schillernden Erscheinung. Die rothaarige Frau posierte auf Fotos in Online-Netzwerken gerne mit Schnellfeuergewehren und anderem Schießgerät.

Nach ihrer Festnahme war gegen Butina Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr verhängt worden. Nach dem Absitzen ihrer restlichen Haftstrafe soll sie den Berichten zufolge nach Russland abgeschoben werden. Die Regierung in Moskau hatte ihre Freilassung gefordert.



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