“Von Kunden nicht nachgefragt”: Rossmann trennt sich von Amazon


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Rossmann-Kunden schlendern gerne durch die Regalreihen.

(Foto: picture alliance / Peter Kneffel)

Auch wenn der Onlinehandel wie nie zuvor blüht, kaufen Rossmann-Kunden immer noch lieber in den Märkten ein. Aus diesem Grund beendet die zweitgrößte deutsche Drogeriemarktkette nun ihre Zusammenarbeit mit Amazon. Gleichzeitig sagt das Unternehmen dem Plastikmüll den Kampf an.

Die Drogeriemarktkette Rossmann beendet nach zwei Jahren wieder die Kooperation mit dem US-Versandhändler Amazon. Der designierte Rossmann-Chef Raoul Roßmann sagte der “Süddeutschen Zeitung”, “dass diese spezielle Art der ultraschnellen Zustellung nach Bestellung von unseren Kunden nicht nachgefragt wird. Die Kunden gehen lieber in die Märkte und wollen keinen Aufpreis zahlen, um sich die Sachen ins Büro liefern zu lassen.” Amazon bestätigte das Ende.

Der Sohn des Drogeriemarktgründers Dirk Roßmann kündigte darüber hinaus an, Maßnahmen gegen das steigende Plastikmüllaufkommen ergreifen zu wollen. “Wir planen beispielsweise, kostenlose Sticker zu verteilen, mit denen man die Mülltonnen bekleben kann und die klar zeigen, was wohinein gehört”, sagte Roßmann.

Die zweitgrößte deutsche Drogeriemarktkette fordert zudem eine Gesetzesänderung für wiederverwendbares Plastik mit dem Ziel, die Anforderungen an die Hygienestandards von recycelbarem Kunststoff (Rezyklat) abzusenken. Bisher dürfen Kosmetika nur in lebensmitteltauglichen Rezyklat verpackt werden. Das hält Roßmann für übertrieben. “Wir wirken gerade auf die Bundesregierung ein, eine Regelung zu verabschieden, die bestimmt, welches Rezyklat für Kosmetik verwendet werden darf. Solange es das nicht gibt, können wir nur schwer zersetzliches Rezyklat für unsere Kosmetik-Verpackungen verwenden. Denn der Markt für Lebensmittelrezyklat ist leergefegt.”



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