Europaweites Schneeballsystem?: Mietwagen-Firma Dexcar soll betrogen haben


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Neuwagen zum Dumping-Tarif? Ermittler haben Dexcar im Visier.

(Foto: imago/Sebastian Geisler)

“Zahlst du noch oder fährst du schon?” Mit schmissigen Werbeslogans und günstigen Mietwagenpreisen wirbt die Firma Dexcar europaweit um Kunden. Nun sind die Staatsanwaltschaften der Firma auf der Spur: Sie vermuten ein Schneeballsystem.

Die Mietwagenfirma Dexcar mit Sitz in Essen steht Medienberichten zufolge unter europaweitem Betrugsverdacht. Das Unternehmen könnte mit einem Schneeballsystem zehntausende Autofahrer in mehreren europäischen Ländern geprellt haben, berichtete der WDR. Das Unternehmen bestreite alle Vorwürfe.

In Deutschland ermittele die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bochum gegen Dexcar-Verantwortliche unter anderem wegen Betrugsverdacht, heißt es. Im ganzen Bundesgebiet seien “eine Vielzahl von Kunden” betroffen, zitieren die Medien einen Behördensprecher. In Österreich und Italien laufen den Angaben zufolge ebenfalls Ermittlungen; die Kartellbehörde in Rom habe bereits eine Strafe von 400.000 Euro gegen Dexcar verhängt.

Seit 2014 vermittelt das Startup-Unternehmen Autos. Das Spektrum reicht vom Kleinwagen bis zum Luxussportwagen. Wer dabei sein wolle, müsse zunächst eine Gebühr zwischen 547 Euro und 1950 Euro an das Unternehmen überweisen. Das Versprechen von Dexcar: Nach bis zu zwei Jahren Wartezeit soll der Kunde für 24 Monate ein Auto gratis bekommen, inklusive KFZ-Steuer, Wartung, Versicherung und Reifenwechsel.

Laut WDR-Recherchen lockt das Unternehmen die Kunden mit zusätzlichen Anreizen noch tiefer ins System: Die Wartezeit auf den angepriesenen Neuwagen verkürze sich, wenn Kunden weitere Menschen für Dexcar begeisterten. Mit diesem Vertriebssystem konnte Dexcar eigenen Angaben zufolge rund 37.000 Kunden überzeugen. Das Problem: Zahlreiche Kunden von “Dexcar” warten auch zwei Jahre nach Vertragsschluss vergeblich auf ihren Wagen. Das Unternehmen ist den Angaben zufolge in Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, den Niederlanden und Rumänien aktiv.



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