Verkauf von Wohnungen in Berlin: Justiz ermittelt gegen Deutsche Wohnen


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Sollten die die Deutsche-Wohnen-Tochter die Preise überhöht haben, wären private Käufer ebenso geschädigt wie die öffentliche Hand.

(Foto: imago images / Stefan Zeitz)

Ein Tochterunternehmen der Deutsche Wohnen soll Wohnungen in Berlin unerlaubt verteuert haben, um andere mitzufinanzieren. Die Käufer fühlen sich betrogen und erstatten Anzeige. Weil aber auch die öffentliche Hand Schaden genommen haben könnte, ermittelt nun die Justiz.

Der Verkauf Hunderter Wohnungen in Berlin an den Konzern Deutsche Wohnen beschäftigt jetzt die Staatsanwaltschaft. Gegen Verantwortliche der Firma Predac als Verkäufer sowie einer Deutsche-Wohnen-Tochter als Käufer wird wegen Verdachts des Betrugs ermittelt. Das teilte ein Sprecher der Behörde mit.

Der Vorwurf: Die Beteiligten sollen Wohnungen, deren Bewohner ein Vorkaufsrecht hatten, verteuert haben, während leere Wohnungen und Gewerbeeinheiten billiger verkauft worden seien. Mieter, die schließlich ihr Vorkaufsrecht ausübten, hätten der Deutschen Wohnen so den Erwerb der anderen Wohn- und Gewerbeeinheiten mitfinanziert. Die Anwältin einer Bewohnerin erstattete Anzeige und untersetzte diese mit einem Rechtsgutachten.

Die Predac hatte im Vorjahr 675 Wohnungen in drei Gebäuden in der Karl-Marx-Allee, die in den 1990er Jahren privatisiert worden waren, an die Deutsche Wohnen verkauft. Bestimmte Mieter hatten auf Grundlage der Altverträge aber ein Vorkaufsrecht, von dem weit mehr als 300 schließlich auch Gebrauch machten.

Die meisten kauften ihre Wohnungen mit Hilfe eines vom Berliner Senat unterstützten Modells und reichten sie unmittelbar an die kommunale Gesellschaft Gewobag weiter. Andere erwarben ihre Wohnung mit Hilfe zinsgünstiger Darlehen der landeseigenen Investitionsbank für sich. Sollten die Kaufpreise überhöht gewesen sein, wären also private Käufer ebenso geschädigt wie die öffentliche Hand. Die Deutsche Wohnen hatte entsprechende Vorwürfe schon früher zurückgewiesen.



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