Bundesliga-Noten: Das ist die Topelf des 28. Spieltags




Der 28. Spieltag lieferte Historisches. Borussia Dortmunds 0:5 gegen Bayern München war die höchste Niederlage, die ein Tabellenführer in diesem Jahrtausend hinnehmen musste. Doch nicht nur diese Zahl markiert einen neuen Rekord. Es war ein Spieltag der Superlative – zumindest was die Statistiken so mancher Spieler betrifft.

Der SPIX, das Notensystem von SPIEGEL ONLINE, bewertet Spielerleistungen einzig nach Daten. Schüsse, Pässe, gewonnene Bälle, Dribblings: Jedes Ereignis auf dem Feld fließt in die Bewertung ein. Der SPIX funktioniert relativ: Die Leistung eines Spielers wird mit sämtlichen Leistungen verglichen, die auf dieser Position in den vergangenen zwei Jahren erzielt wurden. Erreicht ein Spieler einen SPIX von 80, hat er eine Leistung erbracht, die statistisch gesehen besser war als 80% der Leistungen auf dieser Position zuvor.

An diesem Spieltag erreichten gleich vier Spieler einen SPIX von 100; eine Leistung also, die in dieser Form statistisch noch nicht gemessen wurde. Gerade die Bayern-Spieler setzten Superlative, was die Anzahl an Chancen, Dribblings und erfolgreichen Defensivaktionen angeht. Künftige Leistungen werden daran gemessen.

Los geht es jedoch mit dem ersten 5:0-Sieg des Wochenendes: der Mainzer Erfolg über den SC Freiburg. Das Spiel war jedoch nicht so eindeutig wie das Ergebnis. Das zeigen auch die Daten: Kein Torhüter musste am Wochenende mehr schwierige Bälle halten als der Mainzer Keeper Florian Müller. Mit seinen Paraden sorgte er dafür, dass die engagiert auftretenden Freiburger nach dem frühen 0:3-Rückstand nicht mehr ins Spiel zurückfanden.

Mats Hummels hat keine einfache Saison hinter sich. In der Hinrunde stand er nach schwachen Leistungen in der Kritik, vor Kurzem strich ihn Joachim Löw aus der Nationalmannschaft. Seine letzte Nominierung für die Topelf stammt vom 2. Spieltag. Gegen seinen Ex-Verein aus Dortmund meldete sich Hummels zurück. Sein SPIX von 100 bedeutet die erste Rekordmarke an diesem Spieltag. An seiner Seite steht Benjamin Hübner. Hoffenheims Innenverteidiger stand bereits in der Vorwoche in der Topelf.

Die beiden besten Außenverteidiger des Wochenendes verpassen die Bestwertung denkbar knapp. Sie erreichten einen SPIX von 99. Bayerns Rechtsverteidiger Joshua Kimmich überzeugte vor allem im Spielaufbau. Er spielte besonders viele Pässe ins letzte Drittel. Das wertet der SPIX höher als vermeintlich einfache Pässe in der eigenen Hälfte. Wolfsburgs Rechtsverteidiger William erzielte eine neue Bestmarke in einem Teilbereich des SPIX. Vier gewonnene Tacklings, fünf abgefangene Pässe, dazu 15 eroberte zweite Bälle: Zusammen genommen ergibt das den höchsten je erzielten Balleroberungswert eines Außenverteidigers.

Eine Topelf ohne Thiago ist kaum mehr denkbar. Bereits zum neunten Mal in dieser Saison ist Bayerns Sechser der beste defensive Mittelfeldspieler des Spieltags. Er verbesserte seine eigene Rekordmarke mit einem makellosen SPIX von 100. Ein Assist und fünf weitere Torschuss-Vorlagen bescheren ihm einen Höchstwert im Spielaufbau.

Serge Gnabry komplettiert das Münchner 100er-Trio. Der Nationalspieler erzielte ein Tor selbst und bereitete eins vor, zudem war er an weiteren fünf Torchancen der Bayern direkt beteiligt. Somit sind seine Werte sowohl in der Torgefahr als auch in der Chancenkreation top. Matheus Pereira kann mit diesen Spitzenwerten nicht ganz mithalten, braucht sich aber nicht zu verstecken. Bei Nürnbergs 1:1 gegen den VfB Stuttgart erzielte er ein Tor und war an fünf Torchancen beteiligt.

Die Position des offensiven Mittelfeldspielers dürfte die am wenigsten greifbare sein in unserem Notensystem. Zurückfallende Stürmer fallen ebenso in diese Kategorie wie häufig nach vorne rückende Sechser. Die Übergänge sind fließend; klassische Zehner gibt es in der Bundesliga ohnehin nur noch wenige. Zu den Ausnahmen gehört Jean-Paul Boëtius. Der Niederländer agierte in Mainz als Spielmacher hinter einer Doppelspitze. Beim 5:0-Sieg über Freiburg gelang ihm seine bisher beste Leistung. Er traf einmal selbst und bereitete zwei Tore vor.

Ishak Belfodil ist der vierte Akteur an diesem Wochenende, der auf seiner Position eine neue Bestmarke gesetzt hat. Drei Tore gelangen ihm beim 4:0-Erfolg seiner Hoffenheimer in Augsburg. Belfodil ist aktuell der formstärkste Stürmer der Liga mit fünf Treffern in den vergangenen beiden Partien. Um die zweite Stürmer-Position in der Elf der Woche lieferten sich Bayerns Robert Lewandowski und der Mainzer Jean-Philippe Mateta ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doppeltorschütze Lewandowski lag am Ende leicht vor dem dreifach erfolgreichen Mateta, weil er an mehr Torchancen beteiligt war und zudem mehr Gegenspieler ausdribbeln konnte.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels wurde die Nationalität von Jean-Paul Boëtius (zuvor Frankreich) falsch angegeben. Wir haben diesen Fehler korrigiert.



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