Bundesliga: Drei Thesen zum Abstiegskampf – Hannover wird direkt absteigen





Bei Hannover 96 ist das Kind schon in den Brunnen gefallen

Die Bilanz von Trainer Thomas Doll in Hannover liest sich erschütternd: Der Nachfolger von André Breitenreiter verlor zum Auftakt gegen Leipzig, holte dann seinen einzigen Sieg gegen Nürnberg – und verlor nun gegen Schalke sein sechstes Spiel in Folge. Die Mannschaft kassierte unter dem neuen Coach insgesamt 18 Tore, erzielte selbst nur sechs. Auch gegen S04 fehlte die Effektivität.

Martin Kind, der ehemalige Alleinherrscher, hat das Team und seine Zusammenstellung bereits scharf kritisiert, Sportchef Horst Heldt und Ex-Trainer Breitenreiter die Schuld zugeschoben – und er ging auch Doll bereits an. Der aktuelle Coach wiederum beschimpfte seine Spieler, distanzierte sich von seinen “Jungs” – nicht nur einmal.

Wenngleich so mancher Beobachter zuletzt eine Verbesserung im 96-Spiel ausgemacht haben will: Das Team verliert weiter zuverlässig. Ob und wann Ihlas Bebou und Niklas Füllkrug wieder zur Mannschaft stoßen, ist offen. Ob Walace und andere aus ihrem Formtief kommen? Man weiß es nicht! Auf den Relegationsplatz fehlen sieben Spiele vor Saisonende sechs Punkte. Rechnerisch ist der Klassenerhalt noch möglich. Aber es glaubt niemand mehr daran.

VfB Stuttgart geht gestärkt in die Relegation

Die Negativserien der Bundesliga-Abstiegskandidaten ähneln sich in den vergangenen Wochen. Auch Stuttgarts Ausbeute ist spärlich: Im Jahr 2019 holte der VfB bislang nur einen Sieg und insgesamt sechs Punkte. Aber so paradox es klingen mag: Aus dem verdienten 0:3 gegen Eintracht Frankfurt kann die Mannschaft Motivation und Hoffnung für die Schlussphase der Saison schöpfen.


Zwar wird es bei fünf Punkten Rückstand auf Rang 15 schwer, noch den direkten Klassenverbleib zu erreichen. Aber ein Abrutschen auf einen der beiden direkten Abstiegsplätze ist auch kaum zu befürchten. Das liegt einerseits daran, dass Nürnberg (Platz 17) und Hannover (Platz 18) zwei Klubs hinter dem VfB liegen, die ein ähnlich schweres Restprogramm wie die Stuttgarter haben.

Andererseits hat die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl gegen Frankfurt in Ansätzen gezeigt, was sie fußballerisch leisten kann. Vor allem in der ersten Hälfte hielt Stuttgart gut mit, erspielte sich einige Chancen und überzeugte auch defensiv. Wenn es dem Team gelingt, darauf aufzubauen, ist am kommenden Samstag der wichtige Heimsieg gegen Nürnberg möglich – und dann ist wohl zumindest der Relegationsplatz sicher. Besser als nichts!

Schalke rettet sich mit Glück

Der sehr glückliche erste Bundesligasieg seit Ende Januar hat in Gelsenkirchen für große Erleichterung gesorgt. Doch Aufatmen können die Schalker nach dem 1:0 in Hannover und trotz nun sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz nicht. Der Kampf gegen den Abstieg geht wohl noch ein paar Wochen weiter. S04 tritt spielerisch weiter arg limitiert auf – und ihr fehlt das Selbstvertrauen.


Schalkes Debütant Nassim Boujellab im Zweikampf mit Hannovers Marvin Bakalorz (r.)


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Schalkes Debütant Nassim Boujellab im Zweikampf mit Hannovers Marvin Bakalorz (r.)

Die Szene, die zum 1:0 in Hannover führte, zeigte zwar, welches Potenzial im Team steckt – aber die Mannschaft ruft das zu selten ab. Kombiniert mit der aktuellen Nervosität und dem Wissen, dass weitere Niederlagen verboten sind, kommt dabei Stückwerk und fehlerhafter Fußball heraus. Schalkes großes Glück ist, dass auch die Konkurrenten im unteren Tabellendrittel alles andere als einen Lauf haben. Am Ende wird sich der S04 zum Klassenverbleib zittern – mehr durch Glück als durch Qualität.



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