Entwicklung am Anleihenmarkt: “Alarmsignal” belastet Wall Street


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(Foto: AP)

Mit einem Reigen an neuen Angeboten will Apple seine Abhängigkeit vom iPhone verringern – an der Wall Street lässt dies Anleger jedoch kalt. Auch insgesamt ist die Stimmung am Markt mau. Die Angst vor einem Abschwung macht sich breit.

Aus Furcht vor einer US-Rezession haben sich Anleger zu Wochenbeginn an den New Yorker Aktienmärkten zurückgehalten. Kopfschmerzen bereitete Investoren die Entwicklung am US-Anleihenmarkt, wo am Freitag erstmals seit 2007 dreimonatige Anleihen mehr abwarfen als zehnjährige. Dies sei ein Alarmsignal, da es auf eine nahende Rezession hindeute, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com.

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Für eine gewisse Beruhigung sorgte der Bericht des US-Sonderermittlers Robert Mueller, demzufolge es keine Verschwörung des Wahlkampfteams von Präsident Donald Trump mit Russland gab. Mueller ging fast zwei Jahre dem Verdacht einer Einmischung Russlands in den Wahlkampf 2016 und mutmaßlicher Verbindungen zum Wahlkampfstab von Trump nach.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher auf 25.516 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank dagegen 0,1 Prozent auf 2798 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,1 Prozent auf 7637 Punkte.

Apple kann nicht punkten

Apple-Papiere verbilligten sich um 1,2 Prozent, obwohl das Unternehmen ab Herbst mit einem eigenen Streaming-Angebot den bisherigen Platzhirschen Netflix und Amazon Konkurrenz machen will. Der Abo-Dienst werde keine Werbung beinhalten, teilte Apple auf einer Veranstaltung mit, der zahlreiche Hollywoodstars beiwohnten. Wie viel Kunden monatlich für das Angebot zahlen sollen, ließ der Konzern offen.

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Im Fokus an der Wall Street standen außerdem Viacom-Titel mit einem Kursgewinn von 3,9 Prozent. Der Medienkonzern, zu dem der Musiksender MTV und das Filmstudio Paramount gehören, verlängerte eine wichtige Ausstrahlungs-Vereinbarung mit dem US-Telekomanbieter AT&T. Viacom hatte vergangene Woche mit einer Warnung vor einem möglichen Ende der Kooperation Anleger verunsichert. AT&T-Titel ließen dagegen rund ein Prozent Federn.

Avaya machten einem Kurssprung von gut 32 Prozent. Insidern zufolge will ein Finanzinvestor den auch in Deutschland aktiven Telekom-Anbieter für Unternehmen für insgesamt mehr als fünf Milliarden Dollar übernehmen. Avaya wollte sich dazu nicht äußern. Unklar blieb zunächst, um wen es sich bei dem Interessenten handelt.

Gold bleibt gefragt

Die Ölpreise tendierten nach ihren jüngsten Verlusten kaum verändert. Das Barrel der US-Rohölsorte WTI fiel um 0,1 Prozent auf 58,98 Dollar. Der Brentpreis stieg um 0,3 Prozent auf 67,26 Dollar. Der Markt werde noch immer gebremst von der Angst vor einer konjunkturbedingt geringeren Nachfrage, hieß es.

Gold blieb als vermeintlich sicherer Hafen gefragt. Die Feinunze stieg um 0,7 Prozent auf 1322 Dollar. Das Edelmetall profitiere auch von den zuletzt wieder gesunkenen Zinsen, berichteten Händler. Die Sorgen um den Zustand der Weltwirtschaft dürften die Nachfrage nach Gold auch in den kommenden Monaten antreiben, vermuten die Rohstoffexperten von Julius Bär.



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